Bettwanzen erkennen und bekämpfen
Bettwanzen: Kein Grund zur Scham
Gleich vorweg das Wichtigste: Bettwanzen haben nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Dieses Stigma hält sich hartnäckig, ist aber schlicht falsch. Bettwanzen befallen Fünf-Sterne-Hotels genauso wie Jugendherbergen, Luxuswohnungen genauso wie WG-Zimmer. Die kleinen Blutsauger werden fast immer über Reisen eingeschleppt – im Koffer, in der Kleidung oder in gebrauchten Möbeln.
In der Schweiz nehmen die Fälle seit Jahren zu. Schädlingsbekämpfer wie Rentokil und Desinfecta berichten von einer deutlichen Zunahme der Einsätze. Das hängt unter anderem mit dem internationalen Reiseverkehr zusammen: Bettwanzen sind Weltreisende, die sich in Gepäckstücken verstecken und so von Hotel zu Hotel, von Land zu Land gelangen.
Bettwanzen erkennen: So sehen sie aus
Bettwanzen (Cimex lectularius) sind mit blossem Auge sichtbar – wenn man weiss, wonach man sucht:
- Grösse: 4–7 mm, etwa so gross wie ein Apfelkern
- Form: Flach und oval, nach einer Blutmahlzeit eher länglich und dunkelrot
- Farbe: Rotbraun (nüchtern) bis dunkelrot (vollgesogen)
- Geruch: Bei starkem Befall ein süsslicher, unangenehmer Geruch
Die Tiere sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber in Ritzen, Spalten, Matratzennähten, hinter Bilderrahmen, in Steckdosen oder im Bettgestell. Ihr extrem flacher Körperbau ermöglicht es ihnen, sich in die kleinsten Verstecke zu zwängen (Quelle: Swissflex / Anticimex Schweiz).
Die typischen Anzeichen eines Befalls
Oft bemerkt man nicht die Wanzen selbst, sondern deren Spuren:
- Bisse am Körper: Oft in Reihen oder Gruppen angeordnet («Wanzenstrasse»), vor allem an unbedeckten Hautstellen. Die Bisse jucken stark und zeigen sich als gerötete Quaddeln.
- Blutflecken auf dem Bettlaken: Kleine rote oder bräunliche Punkte auf Laken und Kissen.
- Kotspuren: Schwarze Pünktchen an Matratze, Lattenrost und Bettrahmen.
- Häutungsreste: Bettwanzen häuten sich mehrmals – die durchsichtigen Hüllen findet man in der Nähe der Verstecke.
- Süsslicher Geruch: Bei stärkerem Befall ist ein modriger, süsslicher Geruch wahrnehmbar.
(Quelle: Rentokil Schweiz – rentokil.com/ch)
Gesundheitsrisiken
Bettwanzen übertragen nach aktuellem Wissensstand keine Krankheiten. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Die Bisse können trotzdem erhebliche Beschwerden verursachen:
- Starker Juckreiz und allergische Reaktionen
- Entzündungen durch Aufkratzen der Bissstellen
- Schlafstörungen und psychische Belastung – das Wissen um die Parasiten im Bett belastet viele Betroffene stark
- In seltenen Fällen Anämie bei massivem Befall über lange Zeit
Die psychische Komponente wird oft unterschätzt. Viele Betroffene entwickeln Schlafangst oder schämen sich, obwohl es keinen Grund dafür gibt.
DIY oder Profi? Warum Selbstbekämpfung meist scheitert
Im Internet kursieren zahlreiche Hausmittel gegen Bettwanzen: Lavendelöl, Teebaumöl, Kieselgur, Hitzebehandlung mit dem Föhn. Die ernüchternde Realität: Diese Methoden reichen bei einem echten Befall nicht aus.
Warum Hausmittel versagen
- Bettwanzen verstecken sich in winzigsten Ritzen – Sprays erreichen sie dort nicht
- Ein einziges überlebendes Weibchen kann bis zu 500 Eier legen und die Population neu aufbauen
- Die Eier sind gegen die meisten Hausmittel resistent
- Ohne systematische Behandlung verschleppt man den Befall oft in weitere Räume
Was der Profi anders macht
Professionelle Schädlingsbekämpfer in der Schweiz arbeiten mit verschiedenen Methoden:
- Wärmebehandlung (Thermoverfahren): Der gesamte Raum wird auf über 50°C erhitzt – bei dieser Temperatur sterben Bettwanzen und ihre Eier zuverlässig ab. Chemikalienfrei und sehr effektiv.
- Insektizidbehandlung: Gezielte Anwendung von zugelassenen Mitteln in Kombination mit Fallen und Monitoring.
- Kryoverfahren: Bettwanzen werden mit Kälte abgetötet (punktuelle Anwendung).
- Kombinationsbehandlungen: Oft wird eine Mischung aus mehreren Methoden eingesetzt.
Die Firma S&F Insectcontrol aus der Deutschschweiz etwa verzichtet weitgehend auf Chemikalien und setzt auf Wärmebehandlung (Quelle: kammerjaeger.ch). Auch Anticimex und Rentokil Schweiz bieten thermische Verfahren an.
Wichtig: In der Regel sind zwei bis drei Behandlungen nötig, um einen Befall vollständig zu beseitigen.
Kosten in der Schweiz
Laut der Schweizer Plattform ofri.ch liegen die Kosten für eine Bettwanzenbekämpfung zwischen CHF 182 und CHF 675, wobei die Hälfte aller Aufträge unter CHF 225 liegt (Quelle: ofri.ch, 2025).
Die Kosten hängen ab von:
- Grösse der betroffenen Fläche (Einzelzimmer vs. ganze Wohnung)
- Schwere des Befalls (frischer Befall vs. monatelanger Befall)
- Behandlungsmethode (Wärmebehandlung ist tendenziell teurer als Insektizide)
- Anzahl der Behandlungen (meist 2–3 nötig)
Für eine komplette Wärmebehandlung einer Wohnung können die Kosten auch deutlich höher liegen – CHF 1’500 bis CHF 3’000 sind bei grösseren Flächen möglich.
Wer zahlt? Mieter oder Vermieter?
In der Schweiz gilt gemäss Mietrecht: Der Vermieter ist grundsätzlich für die Schädlingsbekämpfung zuständig, sofern der Mieter den Befall nicht selbst verschuldet hat. Da Bettwanzen meist über Reisen eingeschleppt werden, ist die Verschuldensfrage allerdings oft unklar. Der Beobachter empfiehlt, den Befall umgehend dem Vermieter zu melden und die Bekämpfung schriftlich zu vereinbaren (Quelle: beobachter.ch).
Prävention: So schützen Sie sich
Auf Reisen
- Koffer nie direkt auf dem Hotelbett oder dem Teppich abstellen – nutzen Sie den Kofferständer oder die Badewanne
- Bettlaken, Matratze und Kopfteil im Hotel auf Spuren untersuchen (Kotpunkte, Häutungsreste)
- Kleidung nach der Reise bei mindestens 60°C waschen
- Koffer nach der Reise draussen auspacken und absaugen
Zu Hause
- Gebrauchte Möbel und Matratzen vor dem Kauf gründlich inspizieren
- Second-Hand-Kleidung bei 60°C waschen oder für 24 Stunden ins Tiefkühlfach (-18°C)
- Regelmässig Matratze und Bettrahmen kontrollieren
- Bei Verdacht sofort handeln – je früher ein Befall erkannt wird, desto einfacher die Bekämpfung
Häufig gestellte Fragen
Kann ich Bettwanzen mit dem Staubsauger entfernen?
Saugen kann einen Teil der Population reduzieren, ist aber keine Lösung. Eier und tief verborgene Tiere erreichen Sie damit nicht. Saugen Sie trotzdem regelmässig – und entsorgen Sie den Staubsaugerbeutel danach sofort in einem verschlossenen Beutel.
Muss ich bei Bettwanzen alle Möbel entsorgen?
In den allermeisten Fällen: Nein. Ein professioneller Schädlingsbekämpfer kann die Möbel behandeln. Matratzen sollten nach erfolgreicher Behandlung mit speziellen Encasings (milbendichten Bezügen) geschützt werden.
Wie schnell muss ich handeln?
So schnell wie möglich. Ein Bettwanzen-Weibchen legt bis zu 12 Eier pro Tag. Innerhalb weniger Wochen kann ein kleiner Befall zur grossen Plage werden.
Bettwanzen-Befall? Handeln Sie jetzt.
Je früher Sie professionelle Hilfe holen, desto schneller und günstiger ist die Bekämpfung. Unsere geprüften Schädlingsbekämpfer in der Schweiz sind diskret, schnell und verwenden moderne, wirksame Methoden.
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