Marder vertreiben

Marder in der Schweiz: Geschützt, aber lästig

Der Steinmarder (Martes foina) ist in der Schweiz weit verbreitet und fühlt sich auch in Siedlungsgebieten pudelwohl. Er nutzt Dachböden als Unterschlupf, knabbert Autokabel an und hinterlässt unangenehme Spuren. Die Schäden können erheblich sein – von zerstörter Dachisolation über durchgebissene Kabel bis zu hartnäckigem Gestank durch Kot und Urin.

Doch bevor Sie selbst aktiv werden: Marder sind in der Schweiz rechtlich geschützt und dürfen nicht einfach gefangen oder getötet werden.

Rechtslage: Was ist erlaubt, was nicht?

Der Steinmarder fällt unter das eidgenössische Jagdgesetz (JSG). Das bedeutet konkret:

  • Fangen und Töten ist nur durch Jagdberechtigte erlaubt. Die Kantone legen Jagdzeiten, Schonzeiten und Ausnahmen fest.
  • Privatpersonen dürfen Marder nicht fangen, auch nicht mit Lebendfallen. Dafür braucht es eine Bewilligung oder einen Jäger.
  • Vertreiben ist erlaubt. Sie dürfen den Marder mit legalen Mitteln vergrämen – also dafür sorgen, dass er freiwillig geht.
  • Schädlingsbekämpfer können helfen, indem sie Schlupflöcher aufspüren und den Dachboden fachgerecht abdichten. Das Fangen selbst übernimmt im Bedarfsfall der zuständige Wildhüter oder Jäger.

Laut dem BAFU regelt das Jagdgesetz sowohl Schutz als auch Nutzung, wobei die kantonalen Behörden den Vollzug konkret bestimmen. Erkundigen Sie sich im Zweifelsfall bei Ihrer Gemeinde oder dem kantonalen Jagdinspektorat.

Anzeichen: Ist ein Marder auf dem Dachboden?

Marder sind nacht- und dämmerungsaktiv und verstecken sich tagsüber. Ihr Besuch bleibt deshalb oft lange unbemerkt. Typische Anzeichen:

  • Nächtliche Geräusche: Poltern, Kratzen, Rascheln oder Herumlaufen – besonders abends und frühmorgens. Spielende Jungtiere können erstaunlich laut sein.
  • Kot und Urinspuren: Marderkot ist länglich, etwa 8–10 cm lang und 1–2 cm dick, läuft spitz zu und enthält oft Fruchtkerne oder Federreste.
  • Kratzspuren: An Dachbalken, Isoliermaterial und Holzverschalungen.
  • Beschädigte Dachisolation: Marder zerreissen Dämmwolle, um sich Nester zu bauen. Die Folge: Wärmeverlust und potenzielle Feuchtigkeitsschäden.
  • Unangenehmer Geruch: Urin und Kot auf dem Dachboden riechen intensiv und durchdringend.

Marder im Auto

Marder suchen warme, trockene Motorräume als Unterschlupf auf – besonders nach einer Fahrt, wenn der Motor noch warm ist. Das eigentliche Problem entsteht durch das Revierverhalten: Stellt man ein Fahrzeug an verschiedenen Orten ab, können Duftmarken eines fremden Marders im Motorraum zurückbleiben. Ein anderer Marder versucht dann, diese Gerüche zu beseitigen – indem er Kabel, Schläuche und Dämmmaterial anbeisst.

Häufig beschädigte Teile:

  • Zündkabel
  • Kühlwasserschläuche
  • Gummimanschetten
  • Dämmmaterial im Motorraum

Massnahmen: Marder wirksam vertreiben

Auf dem Dachboden

  1. Schlupflöcher finden und abdichten: Der wichtigste und nachhaltigste Schritt. Mardern genügt eine handgrosse Öffnung. Ein Fachbetrieb kann alle Zugänge systematisch identifizieren und mit stabilen Materialien (Metallgitter, Blechverkleidungen) verschliessen. Achtung: Erst abdichten, wenn der Marder nicht mehr im Dachboden ist – sonst sperren Sie das Tier ein.
  2. Vergrämung durch Störung: Licht, laute Musik oder Radio auf dem Dachboden über mehrere Nächte kann den Marder zum Umzug bewegen.
  3. WC-Steine / Duftmittel: Marder empfinden gewisse Gerüche als unangenehm. Die Wirkung ist aber begrenzt und lässt mit der Zeit nach.
  4. Ultraschallgeräte: Modelle mit wechselnden Frequenzen (über 23 kHz) können kurzfristig wirken. Laut dem Naturnetz Pfannenstil haben sich Ultraschallgeräte und Hausmittel wie Hundehaare allerdings als weitgehend unwirksam erwiesen.
  5. Fachbetrieb beauftragen: Eine spezialisierte Schädlingsbekämpfungsfirma kann den Marder professionell vergrämen und den Dachboden dauerhaft sichern. Das Fangen überlassen Sie dem Wildhüter.

Im Auto

  • Garagenparkplatz: Ein geschlossener, mardersicherer Stellplatz ist der beste Schutz.
  • Kabelschutz: Ummantelungen aus Hartplastik oder Wellschläuche schützen empfindliche Komponenten.
  • Motorwäsche: Duftmarken entfernen, bevor das Auto in ein anderes Revier gestellt wird.
  • Marderschreck-Geräte: Kombinationsgeräte mit Ultraschall und Hochspannungsplatten (ungefährlich, aber abschreckend) haben sich als wirksamer erwiesen als reine Duftmittel.

Was kostet die Marderabwehr?

Die Kosten variieren stark je nach Situation:

  • Inspektion und Beratung: CHF 150–300
  • Abdichtung des Dachbodens: CHF 500–2’000, je nach Grösse und Aufwand
  • Marderschutz fürs Auto: CHF 50–300 für Kabelschutz und Ultraschallgeräte, CHF 100–200 für eine professionelle Motorraum-Sicherung

Vorbeugung

  • Kontrollieren Sie Ihren Dachboden regelmässig auf Spuren
  • Bäume und Sträucher, die ans Dach reichen, zurückschneiden (Marder können bis zu 2 Meter weit springen)
  • Regenrinnen und Fallrohre mit Marderschutz-Manschetten versehen
  • Kabel im Dachboden möglichst in Metallrohren führen

Wichtig: Nicht selbst fangen!

Es mag verlockend sein, eine Lebendfalle aufzustellen – aber das ist ohne Bewilligung in der Schweiz illegal. Wer einen Marder illegal fängt oder tötet, riskiert eine Anzeige. Wenden Sie sich stattdessen an einen Fachbetrieb, der mit dem zuständigen Wildhüter zusammenarbeitet. So lösen Sie das Problem legal und nachhaltig.

Marder vertreiben – Hilfe anfordern

Unverbindlich und kostenlos. Wir melden uns innert 30 Minuten.

Schädlingsproblem? Wir helfen sofort.

Kostenlose Erstberatung — unverbindlich und diskret.

Jetzt Kontakt aufnehmen