Motten bekämpfen

Motten im Haus: Kleidermotte oder Lebensmittelmotte?

Wer eine Motte durch die Wohnung flattern sieht, stellt sich als Erstes die entscheidende Frage: Handelt es sich um eine Kleidermotte oder eine Lebensmittelmotte? Die Antwort bestimmt, wo Sie suchen müssen und wie Sie das Problem lösen. Denn die beiden Mottengruppen unterscheiden sich grundlegend in ihrem Verhalten, ihrem Schadensbild und ihrer Bekämpfung.

Die Faustregel von Biogarten Schweiz: Dunkle Flügel gehören zu den Lebensmittelmotten, helle, goldgelbe Flügel zu den Kleidermotten.

Kleidermotten (Tineola bisselliella)

So erkennen Sie Kleidermotten

Kleidermotten sind kleine, goldgelb bis strohfarben schimmernde Falter mit einer Flügelspannweite von etwa 10 bis 15 mm. Sie meiden das Licht und flattern eher unbeholfen durch die Wohnung. Die Motten selbst fressen nicht – es sind die Larven, die den Schaden anrichten.

Was fressen Kleidermottenlarven?

Die Larven ernähren sich von Keratin – einem Protein, das in tierischen Fasern vorkommt. Betroffen sind:

  • Wolle, Kaschmir, Angora
  • Seide
  • Pelze und Federn
  • Teppiche aus Naturfasern
  • Polstermöbel mit Wollbezug

Synthetische Stoffe werden nicht gefressen, können aber befallen werden, wenn sie mit Schweiss, Hautschuppen oder Nahrungsresten verschmutzt sind.

Typische Anzeichen

  • Unregelmässige Löcher in Kleidungsstücken aus Naturfasern
  • Feine Gespinste (Larvengespinste) in Schrankecken
  • Kleine, weisse Larven (ca. 5–10 mm) in Kleiderschränken
  • Leere Puppenhüllen

Lebensmittelmotten

Unter dem Begriff Lebensmittelmotten werden mehrere Arten zusammengefasst, am häufigsten die Dörrobstmotte (Plodia interpunctella). Sie hat charakteristisch zweifarbige Flügel – das vordere Drittel ist beige-grau, der hintere Teil kupferfarben bis rotbraun.

Welche Lebensmittel sind betroffen?

Lebensmittelmotten befallen trockene Vorräte aller Art:

  • Mehl, Griess, Haferflocken
  • Reis, Teigwaren, Müesli
  • Nüsse, Trockenfrüchte, Schokolade
  • Gewürze, Tee
  • Tierfutter (Trockenfutter)

Die Larven fressen sich sogar durch dünne Plastikverpackungen und Kartons. Sie hinterlassen Gespinste, Kotkrümel und Larvenhäute in den befallenen Lebensmitteln.

Typische Anzeichen

  • Fädige Gespinste in Vorratspackungen
  • Kleine Raupen (weisslich mit dunklem Kopf) in Lebensmitteln
  • Zusammengeklebte Körner oder Mehlklumpen
  • Motten, die abends um Lichtquellen in der Küche fliegen

Bekämpfung: Schritt für Schritt

Bei Kleidermotten

  1. Befallene Kleidung identifizieren: Alle Schränke gründlich durchsuchen, auch unter gestapelter Wäsche und in selten geöffneten Fächern.
  2. Schränke leeren und reinigen: Alle Ecken absaugen, mit Essigwasser auswischen.
  3. Befallene Textilien behandeln: Stark befallene Stücke entsorgen. Waschbare Textilien bei mindestens 60 °C waschen. Empfindliche Stücke für 2 Wochen ins Tiefkühlfach legen – Temperaturen unter −18 °C töten Larven und Eier ab.
  4. Pheromonfallen aufstellen: Diese locken männliche Motten an und unterbrechen den Fortpflanzungszyklus. Sie dienen vor allem dem Monitoring – zeigen also, ob noch Motten aktiv sind.
  5. Schlupfwespen einsetzen: Die biologische Bekämpfung mit Trichogramma-Schlupfwespen ist sehr wirksam. Die winzigen Nützlinge (0,3–0,4 mm) parasitieren die Motteneier. Man erhält sie auf Kärtchen, die man in den Schrank legt. Mehrere Anwendungen über 8–12 Wochen sind nötig, um alle Generationen zu erfassen.

Bei Lebensmittelmotten

  1. Alle Vorräte kontrollieren: Auch ungeöffnete Packungen – Motten können sich bereits beim Einkauf oder im Lager eingenistet haben.
  2. Befallene Lebensmittel entsorgen: Im Hausmüll in verschlossenen Beuteln.
  3. Schränke gründlich reinigen: Alle Ritzen mit dem Staubsauger bearbeiten, anschliessend mit Essigwasser auswischen.
  4. Vorräte umfüllen: Mehl, Reis, Müesli etc. in luftdichte Behälter aus Glas oder Hartplastik umfüllen.
  5. Schlupfwespen einsetzen: Wie bei Kleidermotten sind Trichogramma-Schlupfwespen auch bei Lebensmittelmotten die effektivste biologische Methode.

Vorbeugung

Gegen Kleidermotten

  • Kleidung nur sauber einlagern – Schweiss und Hautschuppen ziehen Motten an
  • Lavendelsäckchen oder Zedernholz in den Schrank legen (begrenzte Wirkung, aber unterstützend)
  • Kleiderschränke regelmässig lüften
  • Saisonkleidung in verschlossenen Beuteln aufbewahren

Gegen Lebensmittelmotten

  • Vorräte in dicht verschlossenen Behältern aufbewahren
  • Neuware vor dem Einräumen kontrollieren
  • Vorratsschränke regelmässig reinigen
  • Keine grossen Mengen auf Vorrat kaufen

Wann zum Profi?

In den meisten Fällen lässt sich ein Mottenbefall mit konsequentem Vorgehen selbst in den Griff bekommen. Professionelle Hilfe ist sinnvoll, wenn:

  • Der Befall nach mehreren Wochen Eigenbekämpfung nicht nachlässt
  • Motten in der Bausubstanz nisten (z.B. unter Parkett, in Hohlräumen)
  • Es sich um ein Gewerbe handelt (Restaurant, Hotel, Lebensmittellager)
  • Wertvolle Textilien oder Sammlungen betroffen sind

Ein professioneller Schädlingsbekämpfer kann den Befall mit gezielten Massnahmen stoppen – etwa durch Wärmebehandlung (Hitze über 50 °C tötet alle Stadien ab) oder den Einsatz von Kontaktinsektiziden in schwer zugänglichen Bereichen.

Kosten

Für eine einfache Mottenbekämpfung durch einen Fachbetrieb ist in der Schweiz mit CHF 200 bis 500 zu rechnen. Schlupfwespen-Sets für den Eigengebrauch kosten zwischen CHF 20 und 50 pro Anwendung und sind im Schweizer Fachhandel (z.B. Biogarten) erhältlich.

Motten bekämpfen – Hilfe anfordern

Unverbindlich und kostenlos. Wir melden uns innert 30 Minuten.

Schädlingsproblem? Wir helfen sofort.

Kostenlose Erstberatung — unverbindlich und diskret.

Jetzt Kontakt aufnehmen