Schaben & Kakerlaken bekämpfen

Schaben in der Schweiz: Ein ernstes Hygieneproblem

Schaben – umgangssprachlich oft Kakerlaken genannt – gehören zu den ältesten Insektenarten der Welt. Was auf den ersten Blick wie ein harmloses Insekt aussieht, ist in Wahrheit einer der problematischsten Hygieneschädlinge überhaupt. Die Tiere sind nachtaktiv, vermehren sich rasant und können schwere Krankheitserreger übertragen. Wer eine einzige Schabe in der Küche entdeckt, hat mit grosser Wahrscheinlichkeit bereits ein grösseres Problem – denn wo eine Schabe sichtbar ist, leben meist Dutzende weitere versteckt in Ritzen, Fugen und hinter Geräten.

In der Schweiz treten vor allem drei Schabenarten in Gebäuden auf, die sich in Grösse, Lebensraum und Verhalten deutlich unterscheiden.

Die häufigsten Schabenarten in der Schweiz

Deutsche Schabe (Blattella germanica)

Die Deutsche Schabe ist die mit Abstand am weitesten verbreitete Kakerlakenart in der Schweiz. Sie wird nur etwa 1,1 bis 1,6 cm lang, ist hellbraun bis gelblich gefärbt und trägt zwei charakteristische dunkle Längsstreifen auf dem Halsschild. Diese Art bevorzugt warme, feuchte Umgebungen und ist typischerweise in Küchen, Badezimmern und in der Nähe von Lebensmitteln zu finden.

Die Deutsche Schabe ist besonders problematisch wegen ihrer enormen Fortpflanzungsrate: Ein einzelnes Weibchen kann in seinem Leben mehrere Eipakete (Ootheken) mit je 30 bis 40 Eiern produzieren. Innerhalb weniger Wochen kann so eine regelrechte Population entstehen.

Orientalische Schabe (Blatta orientalis)

Die Orientalische Schabe – auch Gemeine Küchenschabe genannt – wird mit rund 2,5 bis 3 cm deutlich grösser als die Deutsche Schabe. Sie ist dunkelbraun bis fast schwarz gefärbt und bevorzugt kühlere, feuchte Umgebungen. Typische Fundorte sind Keller, Müllräume, Kanalisationen und feuchte Lagerräume. Von dort aus dringt sie in andere Gebäudeteile vor.

Braunbandschabe (Supella longipalpa)

Mit 1 bis 1,4 cm Grösse und unregelmässig hellbraunen Querstreifen ist die Braunbandschabe die unscheinbarste der drei Arten. Anders als die anderen Schabenarten benötigt sie weniger Feuchtigkeit und kann sich deshalb auch in trockenen Bereichen wie Büroräumen, Lagern oder sogar in Möbeln und Elektrogeräten ansiedeln – weshalb sie auch als «Möbelschabe» bekannt ist.

Gesundheitsrisiken: Warum Schaben so gefährlich sind

Schaben sind nicht bloss eklig – sie stellen ein echtes Gesundheitsrisiko dar. Laut Desinfecta Schweiz agieren Schaben als Überträger für eine Reihe krankmachender Mikroorganismen, darunter E. coli, Salmonellen und Staphylokokken. Diese können schwere Lebensmittelvergiftungen und Infektionen auslösen.

Darüber hinaus können Schabenallergene – verbreitet über Kot, Häutungsreste und Speichel – bei empfindlichen Personen Asthma und allergische Reaktionen auslösen. Gerade in Mehrfamilienhäusern, Restaurants und Hotels ist das ein erhebliches Problem.

HACCP-Relevanz für Gastrobetriebe

Für Restaurants, Hotels, Bäckereien und die Lebensmittelindustrie ist ein Schabenbefall besonders kritisch. Im Rahmen des HACCP-Konzepts (Hazard Analysis and Critical Control Points) ist die Schädlingsprävention ein fester Bestandteil der Hygienerichtlinien. Ein nachgewiesener Schabenbefall kann zu Überprüfungen durch das kantonale Lebensmittelinspektorat führen – im schlimmsten Fall bis zur Betriebsschliessung.

Auch der Reputationsverlust wiegt schwer: In Zeiten von Google-Bewertungen und Social Media kann eine einzige Schaben-Sichtung in einem Restaurant das Image nachhaltig beschädigen.

Anzeichen eines Schabenbefalls

Schaben sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber in dunklen Ritzen und Spalten. Dennoch gibt es klare Warnsignale:

  • Lebende oder tote Schaben: Besonders nachts in Küchen, Lagerräumen und Sanitäranlagen.
  • Kotspuren: Kleine dunkle Krümel, die wie Kaffeepulver oder schwarzer Pfeffer aussehen, entlang von Laufwegen und in Schränken.
  • Eihüllen (Ootheken): Längliche, bräunliche Hüllen in Ritzen oder hinter Geräten.
  • Häutungsreste: Helle Chitinpanzer, die junge Schaben beim Wachstum abstreifen.
  • Unangenehmer Geruch: Ein modriger bis süsslicher Geruch deutet auf einen grösseren Befall hin und entsteht durch Ausscheidungen und Pheromone.
  • Kontaminierte Verpackungen: Angefressene Kartons oder verunreinigte Lebensmittel.

Wichtig: Schaben werden häufig nicht durch mangelnde Sauberkeit verursacht. Sie können über gebrauchte Möbel, Verpackungsmaterial, Lieferungen oder sogar durch Rohrleitungen und Kanalisationen eingeschleppt werden.

Warum Eigenbekämpfung bei Schaben selten funktioniert

Freiverkäufliche Sprays und Köderdosen reichen bei einem echten Schabenbefall fast nie aus. Die Gründe:

  • Schaben verstecken sich tief in Ritzen, Hohlräumen und hinter Geräten – dort, wo Sprays nicht hingelangen.
  • Die hohe Fortpflanzungsrate sorgt dafür, dass einzelne überlebende Tiere die Population schnell wieder aufbauen.
  • Resistenzen gegen gängige Wirkstoffe sind bei Schaben weit verbreitet.

Professionelle Schabenbekämpfung

Ein professioneller Schädlingsbekämpfer setzt auf ein mehrstufiges Verfahren:

  1. Inspektion und Artbestimmung: Zunächst wird festgestellt, welche Schabenart vorliegt und wie gross der Befall ist. Dies ist entscheidend für die richtige Bekämpfungsstrategie.

  2. Gelbefallbehandlung: Der Einsatz von professionellem Schabengel (Gelköder) gilt als Goldstandard. Das Gel wird gezielt in Ritzen, Fugen und Verstecke appliziert. Schaben fressen den Köder und tragen ihn ins Nest zurück. Durch den sogenannten Multiplikatoreffekt – Schaben fressen geschwächte oder tote Artgenossen – verbreitet sich der Wirkstoff in der gesamten Population.

  3. Monitoring: Nach der Behandlung werden Klebefallen (Monitoring-Fallen) eingesetzt, um den Behandlungserfolg zu überwachen und sicherzustellen, dass alle Tiere eliminiert wurden.

  4. Folgebehandlungen: Je nach Befallsstärke sind ein bis drei Nachbehandlungen nötig, um auch frisch geschlüpfte Nymphen zu erfassen.

Vorbeugung: So halten Sie Schaben fern

  • Lebensmittel in geschlossenen Behältern aufbewahren
  • Abfälle täglich entsorgen und Müllbehälter sauber halten
  • Ritzen und Fugen in Küche und Bad abdichten
  • Regelmässig hinter und unter Geräten reinigen
  • Lieferungen und gebrauchte Möbel vor dem Einbringen kontrollieren
  • Keine Feuchtigkeit stehen lassen – tropfende Leitungen reparieren

Schnell handeln lohnt sich

Bei Schaben gilt mehr als bei jedem anderen Schädling: Je früher Sie reagieren, desto einfacher und günstiger ist die Bekämpfung. Eine einzelne Deutsche Schabe kann theoretisch innerhalb eines Jahres Tausende Nachkommen produzieren. Warten Sie nicht ab – kontaktieren Sie bei einem Verdacht umgehend einen professionellen Schädlingsbekämpfer in Ihrer Region.

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