Silberfische loswerden
Silberfische: Lästig, aber meist harmlos
Silberfischchen (Lepisma saccharina) gehören zu den ältesten Insektenarten der Welt – sie existieren seit rund 300 Millionen Jahren. Die flinken, silbrig glänzenden Tierchen sind nachtaktiv und überaus lichtscheu. Tagsüber verbergen sie sich in dunklen Ritzen und Spalten, nachts kommen sie hervor, um auf Nahrungssuche zu gehen.
In den meisten Fällen sind einzelne Silberfische kein Grund zur Besorgnis. Sie übertragen keine Krankheiten und verursachen keine strukturellen Schäden. Doch ein massenhaftes Auftreten ist fast immer ein Warnsignal – nämlich für ein Feuchtigkeitsproblem in Ihrer Wohnung.
Warum sind Silberfische in meiner Wohnung?
Silberfische fühlen sich unter ganz bestimmten Bedingungen wohl. Wenn Sie die Ursachen kennen, können Sie das Problem an der Wurzel packen:
| Ursache | Was dahintersteckt |
|---|---|
| Hohe Luftfeuchtigkeit (70–90 %) | Ideal für Silberfische – schlecht belüftete Bäder und Küchen sind Hotspots |
| Wärme (25–30 °C) | Beheizte Räume mit wenig Luftzirkulation fördern die Vermehrung |
| Feuchte Wände / Schimmel | Schimmelpilze gehören zum Speiseplan der Silberfische |
| Nahrungsquellen | Stärke, Zucker, Tapetenkleister, Hautschuppen, Hausstaubmilben, Haare |
| Dunkle Verstecke | Ritzen in Fliesen, hinter Sockelleisten, unter dem Kühlschrank |
Der wichtigste Punkt: Viele Silberfische bedeuten fast immer zu viel Feuchtigkeit. Das ist nicht nur wegen der Insekten problematisch – Feuchtigkeit begünstigt auch Schimmelbildung und kann die Bausubstanz schädigen.
Typische Fundorte in der Wohnung
- Badezimmer: Der Klassiker – besonders in fugenlosen Ecken, hinter der Toilette, unter der Badewanne
- Küche: Unter dem Kühlschrank, hinter der Spülmaschine, in der Nähe von Wasseranschlüssen
- Waschküche: Warme, feuchte Luft und wenig Durchzug
- Keller: Besonders in älteren Gebäuden mit unzureichender Abdichtung
- Schlafzimmer: Seltener, aber möglich – etwa bei Schimmel hinter dem Bett an einer Aussenwand
Was tun gegen Silberfische? Hausmittel und Vorbeugung
1. Feuchtigkeit reduzieren – die wichtigste Massnahme
- Regelmässig stosslüften: Morgens und abends für 5–10 Minuten Fenster ganz öffnen, besonders im Bad nach dem Duschen
- Nicht auf Kippstellung lüften: Das bringt wenig Luftaustausch und kühlt die Wände aus
- Heizen und lüften kombinieren: Warme Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf und transportiert sie beim Lüften nach draussen
- Wäsche nicht in geschlossenen Räumen trocknen
2. Nahrungsquellen reduzieren
- Regelmässig staubsaugen (Hautschuppen, Haare)
- Lebensmittel verschlossen aufbewahren
- Tapetenkleister-Reste beseitigen, alte Tapeten erneuern
3. Verstecke beseitigen
- Fugen und Ritzen in Bad und Küche mit Silikon abdichten
- Sockelleisten überprüfen und abdichten
- Bereiche hinter Geräten regelmässig reinigen
4. Hausmittel zum Fangen
- Kartoffelfalle: Eine aufgeschnittene Kartoffel über Nacht auslegen – Silberfische werden von der Stärke angezogen und sammeln sich darunter
- Honigfalle: Papierstreifen mit Honig bestreichen – die Tierchen bleiben daran kleben
- Lavendelöl: Einige Tropfen an Verstecken – der Duft soll abschreckend wirken (Wirkung begrenzt)
Diese Hausmittel können einzelne Tiere fangen, lösen aber nie die Ursache. Sie eignen sich gut als Ergänzung, nicht als alleinige Massnahme.
Silberfische oder Papierfischchen?
Seit einigen Jahren tritt in Mitteleuropa vermehrt das Papierfischchen (Ctenolepisma longicaudatum) auf. Im Gegensatz zum Silberfischchen braucht es keine hohe Luftfeuchtigkeit und fühlt sich auch in trockenen, geheizten Räumen wohl. Es ist etwas grösser und befällt bevorzugt Papier, Bücher und Kartonagen.
Wenn Sie in trockenen Räumen (Büro, Archiv, Bibliothek) fischchenähnliche Insekten finden, handelt es sich möglicherweise um Papierfischchen. Die Bekämpfung unterscheidet sich deutlich, da Feuchtigkeitsreduktion hier nicht hilft.
Wann ist professionelle Hilfe nötig?
- Wenn trotz konsequentem Lüften und Abdichten immer wieder grosse Mengen Silberfische auftreten
- Wenn gleichzeitig Schimmelbefall sichtbar ist (dann liegt ein Bauproblem vor)
- Bei Verdacht auf Papierfischchen
- In Gewerbebetrieben, Archiven oder Bibliotheken mit wertvollem Bestand
Ein Schädlingsbekämpfer kann die Art bestimmen, die Befallsquelle lokalisieren und gezielte Massnahmen einleiten – etwa den Einsatz von Kieselgur (Silikatstaub), der die schützende Wachsschicht der Insekten zerstört und sie austrocknet. Diese Methode ist giftfrei und besonders in Wohnräumen geeignet.
Das Wichtigste in Kürze
Silberfische sind ein Symptom, kein eigenständiges Problem. Wer die Feuchtigkeit in der Wohnung dauerhaft senkt, wird die Tierchen in den meisten Fällen los – ohne Gift und ohne Kammerjäger. Bei anhaltendem Befall oder Verdacht auf Papierfischchen lohnt sich aber die professionelle Abklärung.