Taubenabwehr

Tauben: Wenn aus Mitbewohnern ein Problem wird

Stadttauben gehören zum Stadtbild von Zürich, Bern, Basel und jeder anderen Schweizer Stadt. Sie sind anpassungsfähig, sozial und erstaunlich ortstreu. Was für Tierfreunde charmant klingt, wird für Hauseigentümer, Verwaltungen und Gewerbetreibende schnell zum Problem: Taubenkot greift Fassaden, Simse und Metalloberflächen an, verstopft Regenrinnen und birgt gesundheitliche Risiken.

Doch bei der Taubenabwehr gelten in der Schweiz klare Regeln. Nicht alles, was wirkt, ist auch erlaubt.

Warum Tauben problematisch werden

Gebäudeschäden durch Taubenkot

Taubenkot ist säurehaltig und greift Sandstein, Beton, Metall und Lack an. Auf Simsen, Balkonen, Dachrinnen und Fassaden kann er erhebliche Schäden verursachen, wenn er nicht regelmässig entfernt wird. Besonders historische Gebäude und denkmalgeschützte Fassaden sind gefährdet.

Gesundheitsrisiken

Taubenkot kann Krankheitserreger enthalten, darunter Salmonellen, Chlamydien und den Pilz Cryptococcus neoformans. Das Einatmen von Staubpartikeln aus getrocknetem Kot kann – in seltenen Fällen – zu Atemwegserkrankungen führen. In der Nähe von Lebensmittelbetrieben, Restaurants und Spitälern ist Taubenbefall deshalb besonders kritisch.

Lärm und Verschmutzung

Gurrende Tauben auf dem Balkon, Kot auf der Wäsche, verunreinigte Sitzgelegenheiten – die alltägliche Belästigung ist für Betroffene oft der grösste Leidendruck.

Rechtliche Grundlagen in der Schweiz

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hält klar fest: Zur Taubenabwehr dürfen keine Mittel eingesetzt werden, die den Tieren ungerechtfertigt Schmerzen und Verletzungen zufügen. Verboten sind insbesondere:

  • Giftköder: Vergiften von Tauben ist illegal und kann auch andere Tiere gefährden
  • Fangnetze, in denen sich Tauben verfangen und verenden
  • Nagelbretter (sogenannte Spikes minderer Qualität), an denen sich Tauben verletzen können

Das Tierschutzgesetz (TSchG) gilt auch für Stadttauben. Wer Tauben auf tierquälerische Weise vertreibt oder tötet, macht sich strafbar.

Tierfreundliche Abwehrmethoden

Physische Barrieren

  • Taubennetze: Professionell montierte Netze aus UV-beständigem Nylon oder Polyethylen sind die wirksamste Methode für Balkone, Innenhöfe und Fassadenabschnitte. Sie verhindern das Anfliegen vollständig, sind für die Tiere ungefährlich und optisch kaum sichtbar.
  • Spanndrähte: Dünne Edelstahldrähte auf Simsen und Mauervorsprüngen verhindern das Landen. Besonders geeignet für Fensterbänke und Dachkanten.
  • Birdslides: Glatte Acrylplatten, die auf Simsen montiert werden. Tauben finden keinen Halt und meiden den Platz. Tierschutzgerecht und langlebig.
  • Taubenabwehrspikes: Hochwertige Spikes aus Edelstahl mit abgerundeten Spitzen verhindern das Landen, ohne die Tiere zu verletzen. Wichtig: Nur geprüfte, tierschutzkonforme Produkte verwenden.

Optische und akustische Systeme

Laut VIER PFOTEN Schweiz können auch einfache Mittel wirken:

  • Windräder: Bewegung und Geräusch irritieren die Tauben
  • Raben-Attrappen: Da Raben natürliche Feinde der Taube sind, können Kunststoff-Attrappen wirksam sein – allerdings nur, wenn man sie regelmässig umplatziert
  • Reflektierende Elemente: CDs, Alufolie-Mobiles oder Spiegelstreifen können kurzfristig helfen

Diese Methoden sind kostengünstig, aber meist nur begrenzt wirksam und eignen sich eher als Ergänzung.

Das Konzept der Taubenhäuser

In mehreren Schweizer Städten werden Taubenhäuser erfolgreich eingesetzt. Das Prinzip: Den Tauben werden kontrollierte Nistplätze und artgerechtes Futter angeboten. Dadurch konzentriert sich der Kot an einem Ort und kann einfach entfernt werden. Kranke Tiere werden tierärztlich versorgt.

Ein wichtiger Aspekt: In Taubenhäusern werden Teile des Geleges durch Attrappen (z.B. Kalkeier) ausgetauscht. So wird die Population auf schonende Art reduziert – ohne Vergiftung oder Fang. Dieses Modell hat sich in der Praxis bewährt und wird von Tierschutzorganisationen empfohlen.

Professionelle Taubenabwehr: Was ein Fachbetrieb bietet

Ein spezialisierter Betrieb für Taubenabwehr bietet in der Regel:

  1. Begehung und Analyse: Wo sitzen die Tauben, wo nisten sie, wo sind die Hauptprobleme?
  2. Massgeschneidertes Konzept: Je nach Gebäude und Situation kommen unterschiedliche Systeme zum Einsatz – oft eine Kombination aus Netzen, Spanndrähten und Spikes.
  3. Fachgerechte Montage: Besonders bei historischen Gebäuden und Denkmalschutz braucht es Erfahrung, um die Abwehr diskret und substanzschonend zu installieren.
  4. Kotreinigung und Desinfektion: Vor der Installation muss der bestehende Kot fachgerecht entfernt werden – inklusive Desinfektion der betroffenen Flächen.
  5. Garantie und Nachkontrolle: Seriöse Anbieter geben eine Funktionsgarantie und kontrollieren die Systeme nach einigen Monaten.

Kosten der Taubenabwehr

Die Kosten variieren stark je nach Umfang:

  • Spanndrähte auf Simsen: Ab CHF 30–50 pro Laufmeter
  • Taubennetze für Balkone: Ab CHF 300–800 pro Balkon, je nach Grösse
  • Spikes: Ab CHF 15–25 pro Laufmeter (Material), plus Montage
  • Komplettlösungen für Fassaden: CHF 2’000–10’000+, je nach Gebäudegrösse

Viele Anbieter bieten eine kostenlose Erstberatung mit Fixpreisangebot an.

Tipps für Mieter

Als Mieter können Sie auf Ihrem Balkon einfache Massnahmen selbst umsetzen:

  • Keine Tauben füttern – in vielen Gemeinden ist dies verboten oder zumindest unerwünscht
  • Balkon sauber halten, keine Essensreste liegen lassen
  • Windräder oder reflektierende Bänder anbringen
  • Bei anhaltendem Problem die Verwaltung informieren – grössere Abwehrmassnahmen sind Sache des Eigentümers

Geduld und Konsequenz

Tauben sind Gewohnheitstiere. Einmal etablierte Nistplätze geben sie nicht leicht auf. Deshalb ist es wichtig, Abwehrmassnahmen vor oder zu Beginn der Brutzeit (ab Februar/März) zu installieren und konsequent durchzuhalten. Halbherzige Massnahmen führen nur dazu, dass die Tauben kurz ausweichen und dann zurückkehren.

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